Schweißgerät #2 Umrüstung Gleichstrom

Fülldraht Schweißgerät #2: Umrüstung auf Gleichstrom

Teil 2 meiner Miniserie zum Fülldrahtschweißgerät.

Hier zeige ich, wie man ein einfaches Fülldrahtschweißgerät auf Gleichstrom (am Ausgang) umrüsten kann.
Warum das überhaupt sinnvoll ist, haben ich im letzten Post erklärt.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden: weniger Spritzer und eine viel gleichmäßigere Schweißnaht. Eine kleine Schweißprobe gibt es in der zweiten Hälfte des Videos zu sehen.

Unter dem Video findet Ihr eine Liste der benötigten Teile.

Verbaute Teile:

Brückengleichrichter SQL150A
150 Ampere, 3 Phasen
(Ebay)
2 Phasen reichen natürlich auch. Es gibt viele Angebote auf Ebay, dieses muss nicht das günstigste sein. Es existiert noch ein kompakteres Modell ohne Kühlrippen. Das würde ich aufgrund der schlechteren Wärmeabfuhr nicht empfehlen.
13,- Euro
(inkl. Versand)
Becher-Elko, 35x50mm, 22.000µF/50V, 2 St. (Reichelt)
Besser sind Elkos mit Schraubanschluss. Es kann auch ein einzelner Elko von ca. 44.000µF oder mehr verwendet werden, wenn verfügbar.
Achtet darauf, dass die Kondensatoren ausreichend spannungsfest sind (hier bis 50 Volt). Dabei muss man bedenken, dass der geglättete Gleichstrom später ca. 1,4 mal höher sein wird als der jetzt gemessene Wechselstrom (sucht nach “Effektivspannung und Spitzenspannung”, wenn Ihr nicht wisst warum).
8,80 Euro
Lüfter Sunon, 24V / 9,2 Watt (Reichelt)
Alternativ: Ein 10 Watt Widerstand mit passendem Wert (ca. 60-100 Ohm, abhängig von der Spannung Eures Schweißgerätes)
6,90 Euro
Quetschkabelschuh, Ringform, Lochmaß 6,5mm, 10 St. (Reichelt)
Diese Kabelschuhe passen gut auf die im Schweißgerät verbauten 10mm2 Kabel und lassen sich noch mit normalen Crimpzangen verarbeiten (im Einsatz für die gelben isolierten Kabelschuhe).
1,30 Euro
ca. 50cm Kupferkabel, 10mm2 (vorhanden)
Eine kleines Stück Lochrasterplatine für die Kondensatoren (wenn nötig) (vorhanden)
Zwei kleine Standarddioden, z.B. vom Typ 1N 4001 (Reichelt) (wenn nötig)
Diese Dioden habe ich in die positive Zuleitung des Lüfters eingelötet, da die Spannung etwas zu hoch war. Durch die Dioden entsteht ein Spannungsabfall von ca. 1,4 Volt.
0,08 Euro
Summe: 30,08 Euro

 

Ähnliche Umbauten:

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16 thoughts on “Fülldraht Schweißgerät #2: Umrüstung auf Gleichstrom

  1. Hey Kai,
    danke für diesen Blog, ich werde mein billiges Schweißgerät ebenso aufrüsten.
    Wenn Du Lust hast, schreib mir mal, wo Du Dein Grundstük genau hast.

  2. Leser “Kalli” hat unter “Über diesen Blog” folgende Frage gestellt:

    “Hallo,

    ich hab ein Aldi FD-105/F. gebraucht gekauft. Der Vorgänger hat sogar einen Gasanschluss dran gebastelt. Ist das nun ein Gleichstrom- oder Wechselstromgerät. Wie kann ich das erkennen?
    Kann man damit trotzdem vernünftig schweißen ??

    gruß
    Kalli”

    Meine Antwort:

    Ich kenne das Schweißgerät nicht. Aber im ersten Video dieser Serie beschreibe ich eine einfache Möglichkeit festzustellen, ob das Schweißgerät auf Gleich- oder Wechselstrom läuft. Man braucht dazu ein Multimeter, also ein (möglichst digitales) Spannungsmessgerät. Dieses stellt man auf einen geeigneten Gleichspannungsmessbereich ein und misst damit die Spannung an der Elektrode (am Draht). Wird hier nichts sinnvolles angezeigt, läuft das Gerät vermutlich auf Wechselspannung und man kann den Wechselspannungsmessbereich probieren.

    Ich würde aber ersteinmal versuchen, ob das Schweißgerät überhaupt einigermaßen funktioniert – umrüsten kannst du dann später immer noch. Wichtig: Wenn du auch weiter MIG-Schweißen willst (mit Gas) musst du die Polarität vertauschen können:
    - Fülldraht: Masse positiv, Draht negativ
    - MIG (mit Gas): Masse negativ, Draht positiv

    Grüße,
    Kai

    • Moin Kai,
      dickes Lob für Umrüstung und Blog.

      Dank deiner Insperation, habe ich mir jetzt vorgenommen, meinen Schweißtrafo Moderna 150 von Telwin
      umzurüsten. Kann ja nix schiefgehen ;-)))

      Gruß Manni

  3. hallo kai!

    klasse videos!!!!
    aber wann geht es denn nun mal weiter, bis zum bitteren ende? ;-)
    keine spannung an der elekrode anliegen zu haben, ist nach dem ganzen getune ja ein must have ;-)

    liebe grüsse

    stefan

    • Hallo Stefan und Alle,

      ein Gutes an solchen “öffentlichen” Projekten ist es, dass man immer wieder einmal daran erinnert wird, die Sachen auch wirklich zuende zu bringen! Ich gelobe Besserung. Wenn die Temperaturen in meiner unbeheizten Werkstatt es zulassen, werde ich mich demnächst dransetzen.

      Liebe Grüße und Danke,
      Kai

      • sag deiner holden du schweisst ihr dafür ein rankgitter und machst es dafür einfach im wohnzimmer ;-)
        sollen wir alternativ für eine fleecejacke sammeln? :-D

        lg

      • Hi Kai,

        ich will ja nicht drängeln aber ich messe hier in der Rhön unterhalb der Wasserkuppe schon über 15°C draußen … nicht das es irgendwann zu warm ist für die nächsten Beiträge und Videos ;-)

        Verbleibe gespannt und mit LG
        René

  4. Sehr gutes video. zu der steuerung vom vorschub. kann man nicht vor deiner gleichrichtung ,wechelspannung abzweigen und direkt an die vorschubsteuerung gehen?

  5. Moin moin, habe heute mein Parkside PFDS 33B2 auf Gleichstrom umgerüstet. Platz ist genügend drinne. Habe einen Gleichrichter mit
    Schraubanschlüsse verwendet, sowie 2 Becherkondensatoren, wie du es beschrieben hast. Dieses Gerät eignet sich super zum
    Umrüsten. Alle deine Mängel gibt es hier nicht. Ventilator vorhanden, Strom an der Düse erst wenn der Taster betätigt wird
    und der Drahtvorschub ist stabil, da auf der Platine ein kleiner Travo vorhanden. Mein kleines Problem ist noch der Wert des
    Widerstandes nach der Gleichrichtung damit sich die Kondensatoren entladen. Vielleicht kannst du mir ein Tipp geben.
    Das Parkside kostet bei Norma 109 Euro auch im Onlineshop.
    MfG Norbert

    • Sorry, habe den Kommentar erst jetzt gesehen. Schön, dass es geklappt hat! Das hört sich nach einer guten und günstigen Ausgangsbasis an.
      Zum Widerstand: Ich habe einen 10 Watt Lüfter eingebaut. Watt = Volt * Ampere. Nehmen wir an, das Schweißgerät produziert ca. 50 Volt. Dann fließen 10/50 = 0,2 Ampere. Der Widerstand (R) lässt sich jetzt einfach mit dem Ohmschen Gesetz ausrechnen: R = V/A; R = 50/0,2; R = 250 Ohm (nächste gängige Werte: 220 oder 270 Ohm). Das sollte ungefähr passen. Allerdings läuft der Lüfter bei mir schon einige Sekunden nach.
      Aber Achtung: Hier werden bis zu 10 Watt verbraten. Also einen entsprechend belastbaren Widerstand verwenden.

  6. Hallo,

    ein sehr schönes Projekt! Ich finde es sehr gut, dass es Leute gibt, die Ihre Gedanken mit anderen teilen und dann auch noch detailliert beschreiben. Es hat wirklich Spaß gemacht die Videos zu schauen und durch diesen Blog zu stöbern.
    Gerne mehr davon!

    Lieben Gruß

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