Türsprechanlage Hager Elcom BHT-200 mit Funkgong erweitern

Heute mal ein Thema, das nichts mit unserem Haus im Taunus zu tun hat. In unserer Frankfurter WG gab es immer schon das Problem, dass die Klingel vom Eingang in einigen Räumen kaum zu hören ist. Deshalb musste eine Erweiterung mit einem Funkgong her.
Bei klassisch-analogen Klingelanlagen ist das einfach. Es gibt zahlreiche Erweiterungssätze günstig zu kaufen. Bei uns ist aber eine digitale Türsprechanlage verbaut (Hager Elcom BHT-200), die mit dem i2 Bus arbeitet. Dieser Bus verwendet natürlich ein proprietäres Protokoll und ist deshalb nur schwer zu erweitern.

Anschluss

Hager bzw. Elcom selbst bieten eine Relaisplatine an, über die sich ein externer Gong ansteuern lässt. Diese kleine Platine mit einem simplen Relais, ein paar Dioden und Anschlussklemmen soll allerdings fast 40 € kosten! Das ist einfach unverschämt.
Interessant dabei ist: Schon jetzt enthält die Türsprechanlage genau diese Anschlussplatine mit den Kontakten für das Relais, nur die Bauteile wurden nicht bestückt:

Anschlussplatine mit Relaiskontakten

Man könnte also einfach ein passendes Relais (Takamisawa A12W-K) und – ganz wichtig! – die kleine Freilaufdiode einlöten, fertig.

(Zum Öffnen der Freisprechanlage Kabel des Hörers ausstecken, unten links in das Gehäuse einen Schraubenzieher einstecken und Verriegelung wegdrücken, die Front nach oben schieben und abheben.)

Funkgong verbinden

Mir kam allerdings noch eine bessere Idee: Auf der Platine ist ja ein 12V-Relais zu sehen. Mit 12V arbeiten aber auch die kleinen 433MhZ-Sender, die in den meisten Funkgongs verwendet werden. Warum also nicht den Sender direkt anschließen, statt einem Relais? Dann braucht man auch keine Batterie mehr…
Eine Messung ergab: Im Ruhezustand liegen an den Relaiskontakten knapp 3V, wenn es klingelt fast 18V an. Mmh, nicht sehr sauber umgesetzt. Ich habe also mit einem LM317L Spannungswandler die 18V auf stabile 12V begrenzt:

Stablisierung der Spannung auf 12V

Die Ruhespannung geht jetzt auch auf 0V runter. Der Spannungswandler wurde auf einer kleinen Streifenrasterplatine aufgebaut, die genau in die Aussparung für die Batterie auf der Senderplatine passt und dort eingelötet wurde:

Sender Vorderseite

Sender Rückseite

(Der eingelötete kleine schwarze Draht auf der Rückseite war übrigens schon drin. Da gab es wohl einen Fehler auf der Platine…)

Einbau und Test

Dann habe ich noch den Schalter (Klingelkopf) auf der Senderplatine mit einer Drahtbrücke kurzgeschlossen (siehe Bild Vorderseite). Sobald der Sender über die ursprünglichen Relaiskontakte Strom erhält, sendet er jetzt ein Klingelsignal aus. Die modifizierte Senderplatine wurde mit doppelseitigem Klebeband im Gehäuse der BHT-200 Türsprechanlage verstaut (mit Kaptontape isoliert, hatte gerade nichts Anderes da):

Oben rechts ist der Sender eingebaut

Zum Testen kann man an der Freisprechanlage die Tasten P und * (Licht) gemeinsam drücken. Dies dient zur Einstellung der Laustärke und löst dabei auch den externen Gong aus. Achtung: Wenn man die Sprechanlage vom Bus getrennt und wieder angeschlossen hat, muss zunächst einmal die Klingel an der Haustür betätigt werden. Vorher funktionieren die Tasten an der Sprechanlage nicht.
Im Set waren zwei Empfänger enthalten, die einfach in die Steckdose eingesteckt werden und ziemlich absurde Töne von sich geben können (Hundegebell, „Für Elise“, Chinapop…). Wir haben uns für ein simples DingDong entschieden.
Resultat: Die Klingel funktioniert jetzt problemlos in der ganzen Wohnung. Perfekt! Im Set war auch noch ein zweiter Klingeltaster, den wir direkt an unserer Wohnungstür im Treppenhaus angebracht haben.

Teile

Ich habe diesen Funkgong verbaut: https://www.ebay.de/itm/Wasserdicht-Türklingel-Funkklingel-Außenbereich-Empfänger-55-Melodie-DE-Verkäufe/123401682033 (zwei Empfänger/zwei Sender für 18,99 €)
Man kann aber auch jeden anderen Funkgong verwenden, bei dem der Sender mit den kleinen A23 12V-Batterien arbeitet. Wichtig ist nur, das die Platine nicht zu groß ist. Bei wir wurde es schon eng im Gehäuse.
Mit so einem 433MhZ Funksignal sind natürlich auch noch viele andere Sachen denkbar: Eine Funksteckdose bspw., die das Aussenlicht einschaltet, eine Integration in die Haussteuerung via FHEM und/oder MQTT, ein Arduino, der eine SMS schickt…

Fülldraht Schweißgerät #3 Drahtvorschub stabilisieren

Der dritte Teil meiner kleinen Serie zum Umbau eines Fülldrahtschweißgerätes

Hier erkläre ich, wie man auf einfache Weise den Drahtvorschub eines günstigen Schweißgerätes stabiler und gleichmäßiger machen kann.

Das Problem ist, dass bei diesen Geräten die Motorsteuerung direkt an den Schweißtransformator angeschlossen ist. Deshalb variiert die Geschwindigkeit während des Schweißens. Ich habe die Motorsteuerung durch einen einstellbaren Spannungsregler ersetzt.

Einfache Fülldrahtschweißgeräte haben oft dieses Problem, aber möglicherweise auch günstige MIG-Geräte. Achtung: Der hier beschriebene Umbau funktioniert nur, wenn das Schweißgerät mit Gleichstrom läuft (am Ausgang)! (Zur Umrüstung auf Gleichstrom siehe meinen vorherigen Blogpost.)

Verbaut wurde ein Schaltreglermodul mit dem Chip LM2596. Man kann diese Module über Ebay direkt aus China zu Preisen von unter 1 Euro/St. bekommen (z.B. hier) oder auch für einen geringen Aufpreis mit schneller Lieferung aus Deutschland (z.B. hier).

Außerdem braucht man ein Potentiometer (mono, linear) sowie einen kleinen Widerstand (1/4 Watt), den man in Reihe lötet. Wie man die Werte ermittelt, erkläre ich im Video.

Fülldraht Schweißgerät #2: Umrüstung auf Gleichstrom

Teil 2 meiner Miniserie zum Fülldrahtschweißgerät.

Hier zeige ich, wie man ein einfaches Fülldrahtschweißgerät auf Gleichstrom (am Ausgang) umrüsten kann.
Warum das überhaupt sinnvoll ist, haben ich im letzten Post erklärt.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden: weniger Spritzer und eine viel gleichmäßigere Schweißnaht. Eine kleine Schweißprobe gibt es in der zweiten Hälfte des Videos zu sehen.

Unter dem Video findet Ihr eine Liste der benötigten Teile.

Verbaute Teile:

Brückengleichrichter SQL150A
150 Ampere, 3 Phasen
(Ebay)
2 Phasen reichen natürlich auch. Es gibt viele Angebote auf Ebay, dieses muss nicht das günstigste sein. Es existiert noch ein kompakteres Modell ohne Kühlrippen. Das würde ich aufgrund der schlechteren Wärmeabfuhr nicht empfehlen.
13,- Euro
(inkl. Versand)
Becher-Elko, 35x50mm, 22.000µF/50V, 2 St. (Reichelt)
Besser sind Elkos mit Schraubanschluss. Es kann auch ein einzelner Elko von ca. 44.000µF oder mehr verwendet werden, wenn verfügbar.
Achtet darauf, dass die Kondensatoren ausreichend spannungsfest sind (hier bis 50 Volt). Dabei muss man bedenken, dass der geglättete Gleichstrom später ca. 1,4 mal höher sein wird als der jetzt gemessene Wechselstrom (sucht nach “Effektivspannung und Spitzenspannung”, wenn Ihr nicht wisst warum).
8,80 Euro
Lüfter Sunon, 24V / 9,2 Watt (Reichelt)
Alternativ: Ein 10 Watt Widerstand mit passendem Wert (ca. 60-100 Ohm, abhängig von der Spannung Eures Schweißgerätes)
6,90 Euro
Quetschkabelschuh, Ringform, Lochmaß 6,5mm, 10 St. (Reichelt)
Diese Kabelschuhe passen gut auf die im Schweißgerät verbauten 10mm2 Kabel und lassen sich noch mit normalen Crimpzangen verarbeiten (im Einsatz für die gelben isolierten Kabelschuhe).
1,30 Euro
ca. 50cm Kupferkabel, 10mm2 (vorhanden)
Eine kleines Stück Lochrasterplatine für die Kondensatoren (wenn nötig) (vorhanden)
Zwei kleine Standarddioden, z.B. vom Typ 1N 4001 (Reichelt) (wenn nötig)
Diese Dioden habe ich in die positive Zuleitung des Lüfters eingelötet, da die Spannung etwas zu hoch war. Durch die Dioden entsteht ein Spannungsabfall von ca. 1,4 Volt.
0,08 Euro
Summe: 30,08 Euro

 

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